Geschichtslehrer findet Holocaust „uninteressant“ – und wurde aus dem Schuldienst entlassen

Daniel Krause in Köln; Screenshot: Youtube By Nogocologne

Daniel Krause in Köln; Screenshot: Youtube By Nogocologne

Der sich als links bezeichnende Lehrer aus Unna bekannte sich in seinem Anruf beim WDR 5 Radio zunächst einmal dazu, homosexuell zu sein. So weit so gut. Er sei ein “großer Freund des Staates Israel und Freund der Juden“. Auch gut. Doch dann fängt es an, schräg zu werden. Er sei als Homosexueller „gewissermaßen auch ein klassisches Opfer der Nationalsozialisten“. Richtig ist, dass in der Nazizeit etwa 15.000 Homosexuelle in Konzentrationslager gebracht wurden und Tausende darin umkamen. Nur entschuldigt das nicht K.s Verharmlosung des Holocaust, die seinem Outing folgte.

K. fährt mit seinen persönlichen Erfahrungen fort: „Trotzdem muss ich sagen, dass mich als Kind Auschwitz wenig berührt hat, emotional.“ Das mag sein, aber diese Feststellung lässt nicht den weiteren Schluss zu: „Und heute nervt mich das wirklich, auch wie stark es (der Holocaust) im Lehrplan steht und wie heute übermäßig auch Schüler damit am Gymnasium genervt werden.“ Eine erstaunliche Sicht für einen Lehrer, der einen klaren Bildungsauftrag hat und die Aufgabe, Geschichte wahrhaftig darzustellen und die Massenvernichtung der Juden im 3. Reich zu vermitteln. Krause unterrichtet die Fächer Deutsch, Pädagogik und Politik.

Richtig krude wird es, als Krause feststellte, dass uns „Auschwitz darin hindert, wachsam zu sein“. Die deutsche Wachsamkeit möchte er lieber auf IS-Terrorismus und die Islamisierung gerichtet sehen. Und er resümiert weiter, dass das Thema nicht thematisiert wird, weil „wir Deutschen immer einen Stock im Arsch haben und immer denken – wenn Gefahr ist – zu allererstes denken, dass die von Rechts kommt. Und natürlich ist auch Gefahr von Rechts da, selbstverständlich.“ Bedroht sieht K. allerdings “heute unsere Werte durch den Islamismus“. Pegida lässt grüßen.

Facebook Seite von Daniel K., Screenshot

K. hat zwar durchaus Verständnis für Opfer, nur eben nicht so richtig für die über 6 Millionen ermordeten Juden während des Holocaust. Wörtlich sagt er:

„Mich persönlich interessiert der Holocaust privat überhaupt nicht mehr. Ich beschäftige mich lieber mit dem IS-Terrorismus und Islamismus. Mir persönlich geht sogar die Massentierhaltung wesentlich näher als der Holocaust. Alle (…) zwanzig Minuten sterben Millionen Tiere, das geht mir persönlich emotional viel näher.“

Was Herrn K. persönlich interessiert oder nicht interessiert, berührt oder nicht berührt, könnte vielleicht noch egal sein. Um in einer Pegida-Demonstration nicht aufzufallen, wäre diese Haltung sogar hilfreich. Allerdings ist K. als Politiklehrer, der die Massenvernichtung der Juden in Europa „uninteressant“ findet, für den Schuldienst ungeeignet. Das war er auch schon, als er bei einer PRO NRW-Demonstration auftrat und gegen Muslime wetterte. Die Bezirksregierung in Arnsberg hat nun den richtigen Schluss gezogen und ihn entlassen.

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