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Oper ist Volkskunst! Ein Gespräch mit Jens-Daniel Herzog

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Tannhäuser, Foto:Theater Dortmund

Totgesagte leben länger – das Genre Oper hat schon so manchen Versuch eines Abgesangs überstanden. Doch die Oper Dortmund steht mit einem viel beachteten Programm gut da, die Zuschauerzahlen sind gestiegen und die Dortmunder Produktion Verdis Maskenball, die im September Premiere hat, geht an das weltberühmte Londoner Royal Opera House Covent Garden. Jens-Daniel Herzog kann zufrieden sein. Bei seinem Antritt 2011 als neuer Opernintendant hatte er das Credo ausgerufen „Unsere Oper ist nicht elitär, sie ist Kunst für alle!“. Das ist in einer Ruhrgebietsstadt mutig. Zeit einmal nachzufragen, was aus diesem Ziel geworden ist. Ein Gespräch – nicht nur für Opernliebhaber.

Ulrike Märkel: Herr Herzog, letztes Jahr haben Sie Ihren Vertrag bis 2021 unterzeichnet. Sie sind zwar gedanklich schon mitten in der Spielzeit 2015/2016, dennoch die Frage: Wie sieht Ihre Zwischenbilanz seit Ihrem Start 2011 in Dortmund bis heute aus?

Jens-Daniel Herzog: Innerlich haben wir schon die Sektkorken knallen lassen. Wir haben einen deutlich sichtbaren Zuschauerzuwachs erreicht, den wir uns von Beginn an als Ziel gesetzt hatten. Die Zahlen sind brillant, im Moment gibt es einen regelrechten Run auf die Karten, Vorstellungen sind komplett ausverkauft. Das ist schon ein tolles Gefühl! Denn Zahlen – das muss man ehrlich sagen – sind klare Botschaften, im positiven wie im negativen Sinn. Wir haben uns in den letzten Jahren um unser Publikum bemüht, hart gearbeitet und die Oper zu einem Haus der offenen Türen gemacht haben. Wir wollten bewusst ein Programm gestalten, dass deutlich macht: „Kommen Sie zu uns! Sie können bei uns nicht verlieren. Wenn Sie anderer Meinung sind als wir, können Sie sich mit uns streiten.“ Auch wenn hinter unseren Stücken immer harte Arbeit steht und wir es ernst meinen: Bei uns ist auch Kritik willkommen.

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Theater Dortmund beginnt neue Spielzeit: “Kulturgenuss mit Format”

Alexander Klaws als Jesus Christ Superstar, Foto: Marcel Schaar

Alexander Klaws als Jesus Christ Superstar, Foto: Marcel Schaar

Die Theaterferien sind zu Ende und unter dem Motto Kulturgenuss mit Format meldet sich das Theater Dortmund zurück aus der Sommerpause. Die Freude über die Produktionen der neuen Spielsaison ist bei allen sichtbar – die Highlights werden noch einmal vorgestellt. Die fünf Spartenleiter Jens-Daniel Herzog (Oper), Andreas Gruhn (Kinder- und Jugendtheater), Xin Peng Wang (Ballett), Kay Voges (Schauspielhaus) und Generalmusikdirektor Gabriel Feltz begrüßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters. Gemeinsam stimmt man sich auf die neue Spielzeit ein.

Die Laune ist gut, der Bühnenraum summt wie ein Bienenstock, hier und da gibt es herzliche Umarmungen – man hat sich über die Ferien länger nicht gesehen. An den gut gefüllten Sitzreihen ist unzweifelhaft zu erkennen, dass das Theater nicht nur kreativer Kunstraum ist, sondern auch ein großer Kunstbetrieb mit vielen Mitarbeitern ist. Der Dank der Spartenleiter ging zurecht an alle, „die hier an einem Strang ziehen, um Theater überhaupt möglich zu machen“. Ohne den fast unermüdlichen Einsatz „auf, vor und hinter der Bühne“ wäre Theater gar nicht denkbar – da sind sich alle einig.

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