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NRW: CDU und Piraten fordern gemeinsam einen NSU-Untersuchungsausschuss

Gedenkstein Mehmet Kubasik, Foto: Ulrike Märkel

Gedenkstein Mehmet Kubasik, Foto: Ulrike Märkel

Birgit Rydlewski, NRW Landtagsabgeordnete von „Die Piraten“, hatte Initiative für einen NSU Untersuchungsausschuss auf Landesebene ergriffen und im Mai einen Antrag zur Einsetzung eines Ausschusses im Landtag eingebracht. Sie hat jetzt einen starken Partner an ihrer Seite: Die CDU Landtagsfraktion arbeitet zur Zeit an einem Entwurf für einen Einsetzungsbeschluss – es wird also konkret. Dabei wird es auch um die aktuellen Fragen zum plötzlichen Tod des V-Manns Corelli gehen. Damit folgt Nordrhein-Westfalen mit mindestens drei NSU-Attentaten den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Bayern und Hessen nach. Dafür ist es höchste Zeit!

Die CDU sagte, dass sie in jedem Fall möchte, dass die Formulierung des Untersuchungs-auftrages einvernehmlich mit allen Fraktionen verläuft, die Landesgrünen fordern alle Fraktionen auf, „konstruktiv mitzuarbeiten“. Soviel Harmoniebedürfnis zwischen Regierung und Opposition macht fast misstrauisch, denn es wird vor allem darauf ankommen, ob man im Ausschuss dahin gehen will, wo es weh tut. Die CDU hat durch ihren Vorstoß hohe Erwartungen ausgelöst. Zum Beispiel erwartet man, dass sie sich auch im Blick auf das „Fehlverhalten der Sicherheits- und Justizbehörden“ als Aufklärer versteht und im Bereich der Ermittlungspannen nachbohren wird. Für die NRW-CDU gibt es ein gutes Vorbild aus den eigenen Reihen: Jenseits konservativer sicherheitspolitischer Vorlieben hatte Parteikollege Clemens Binninger im Bundes-Untersuchungsausschuss beim Fall Köln Keupstraße mit insistierenden Fragen und empörten Äußerungen gezeigt, dass ein Christdemokrat und ehemaliger Polizist bei so eklatanten Ermittlungspannen, wie in Nordrhein-Westfalen, lange Haare auf den Zähnen hat. Die Antworten der CDU-Landtagsfraktion auf die Fragen der Ruhrbarone lassen vermuten, dass es der nordrhein-westfälischen CDU mit der Aufklärung ernst ist. Denn auch die Beschäftigung mit dem Versagen der dem NRW-Innenministerium unterstellten Behörden scheuen die Christdemokraten nicht. Das ehrt sie, da 2006 unter der schwarz-gelben Regierung der eigene Koalitionspartner mit Ingo Wolf (FDP) den Innenminister stellte. Wolf war oberster Dienstherr der Ermittlungsbehörden, als sich das Trio 2006 mehrfach und über längere Zeiträume hinweg in NRW aufhielt, um die Attentate in Köln und den Mord in Dortmund „auszubaldowern“ und die Anschlagsziele auszuspähen.

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