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Ein Gespräch mit Intendant Kay Voges: Wir sind nicht das Leben, wir spielen es nur

Kay Voges

Kay Voges, Foto: © Birgit Hupfeld

Seit Sommer 2010 ist Kay Voges Intendant des Schauspiels Dortmund. Er inszenierte u.a. Büchners Woyzeck, Nora und Gespenster, Der Meister und Margarita, Peer Gynt, DAS GOLDENE ZEITALTER – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen und eine Bearbeitung für das Theater von Vinterbergs Das Fest. Sein erstes Debut als Opernregisseur gab 2013 er mit Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg an der Oper Dortmund. Für Einige Nachrichten an das All gewann Kay Voges beim NRW-Theatertreffen 2013 den Hauptpreis als „Beste Inszenierung“, der Film zur Inszenierung wurde zudem beim Artodocs International Filmfestival in St. Petersburg mit dem ersten Preis für die beste Regie und beim Sunset Film Festival Los Angeles mit dem zweiten Preis in der Kategorie „Experimental Film“ ausgezeichnet. Das Fest wurde 2013 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Regie Schauspiel“ ausgezeichnet. Zeit für ein Gespräch über die Zukunft des Theaters.

Ulrike Märkel: Letzte Woche hat Theater heute das Schauspielhaus Dortmund mehrfach im Zusammenhang mit dem Review auf die interessantesten Schauspielbühnen in Deutschland erwähnt. Das goldene Zeitalter – 100 Wege dem Schicksal die Show zu stehlen wurde von Die deutsche Bühne als beste Inszenierung bezeichnet. Zu der Nominierung 2013 für den wichtigsten deutschen Theaterpreis Der Faust (Regie: Das Fest) kommt ganz aktuell die Nominierung für „Das goldene Zeitalter“ in der Kategorie Bühne/Kostüm (Pia Maria Mackert) hinzu. Das Schauspielhaus Dortmund ist auf Erfolgskurs. Geht das immer so weiter?

Intendant Kay Voges: Gerade freuen wir uns sehr, schon das zweite Mal für den Faust nominiert zu sein. Die Nominierung für Das Fest in der Kategorie „Die beste Inszenierung“ war ein wichtiges Signal für uns: Wir werden auch über das Ruhrgebiet hinaus wahrgenommen. Für mich ist das auch eine Anerkennung dafür, dass wir in Dortmund etwas mit hoher Qualität schaffen, obwohl wir mit einem deutlich kleineren Budget und weniger Möglichkeiten als unsere, ebenfalls nominierten, Kollegen vom Thalia Theater und vom Deutschen Theater Berlin auskommen müssen. Für uns ist es etwas Besonderes, wenn ein Haus in unserer Größenordnung nominiert und gesehen wird, dass wir uns „etwas trauen“, was selbst größere Häuser nicht unbedingt wagen würden. Daher sind für uns die beiden Nominierungen bereits eine Art Preis.

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